November 11, 2018

Kammermusik

mit dem Borodin Quartett und
der Pianistin Hideyo Harada

„Wer eines der denkwürdigen Konzerte miterlebt hat, die das Borodin Quartett vor einigen Jahren in der Londoner Wigmore Hall gab, der wird wohl den wohligen Schrecken nicht vergessen können: das war doch derselbe Gestus, dieselbe beinahe verstörende Emotionalität, gleichzeitig die fast unmenschliche Unbeirrbarkeit der Musik. Und daran unterscheidet sich vielleicht der Ansatz des Borodin Quartetts von dem anderer Streichquartette: sie machen immer neuen kompromisslosen Versuchen die potentielle Urgewalt der Musik spürbar.“ (magazin.klassik.com)

Das Borodin Quartet wurde 1945 von vier Studenten des Moskauer Konservatoriums als Moskauer Philharmonisches Quartett gegründet; zehn Jahre später wurde es in Borodin Quartett umbenannt. Es ist damit eines der traditionsreichsten Streichquartette. Ruben Aharonian und Igor Naidin wurden 1996 Mitglied des Ensembles, Vladimir Balshin kam 2007 dazu und zuletzt Sergey Lomovsky in 2011. Valentin Berlinsky, das letzte Gründungsmitglied, verließ das Quartett 2007.

Ergänzend zur Tätigkeit als Streichquartett arbeiten alle Mitglieder des Borodin Quartett regelmäßig mit herausragenden Musikern zusammen, um das weitere kammermusikalische Repertoire zu erkunden. Unter ihren Kammermusikpartnern befinden sich Yuri Bashmet, Elisabeth Leonskaja, Oleg Maisenberg und Christoph Eschenbach. Das Quartett gibt zudem ständig Meisterklassen und Kurse.

Anlässlich des 60. Jubiläums 2005 führte das Borodin Quartett alle Beethoven-Quartette im Concertgebouw Amsterdam und im Wiener Musikverein auf. Galakonzerte in Moskau, London und im Théâtre des Champs-Elysées Paris würdigten die Verdienste des Quartetts für die Musikgeschichte der vergangenen Jahrzehnte. Das Ensemble war mit Werken von Mozart, Schubert, Brahms, Tschaikowski, Strawinski, Schostakowitsch und natürlich Borodin in Madrid, Rotterdam, Brüssel, Genf, München, Lissabon, Barcelona, Athen, Köln, Istanbul, Zürich, Berlin und New York zu hören.

Das Borodin Quartett hat über die Jahrzehnte ein reiches Erbe musikalischer Aufnahmen angesammelt. Tschaikowskis Quartette sowie sein „Souvenir de Florence“, Schuberts Streichquintett, Haydns „Die Sieben Letzten Worte des Erlösers am Kreuze“ und eine Einspielung russischer Miniaturen erregten Aufsehen. Die Tschaikowski-Aufnahme wurde 1994 mit dem Gramophone Award ausgezeichnet. Seine besondere Affinität zum russischen Repertoire verdankt das Ensemble der früheren, langjährigen Zusammenarbeit mit Schostakowitsch, der die Einstudierung aller seiner Quartette persönlich beaufsichtigte.

Seit längerem verbindet das Borodin Quartett eine intensive Zusammenarbeit mit der Pianistin Hideyo Harada. Eine Künstlerin mit „Gespür für Seelenzustände“, deren Spiel „ein klangästhetisches Erlebnis höchster Güte“ ist, nannte die Süddeutsche Zeitung Hideyo Harada. Kaum eine Kritik der letzten Jahre in der nicht die außergewöhnliche Gestaltungskraft dieser Künstlerin gelobt oder der Farbenreichtum ihres Spiels hervorgehoben wurden. Hideyo Harada studierte in Tokio, Stuttgart, Wien und Moskau. Die Künstlerin wurde bei zahlreichen Wettbewerben preisgekrönt und gewann unter anderem den Concours International d’Exécution Musicale in Genf sowie den 1. Preis beim Internationalen Schubert-Wettbewerb in Dortmund. Darüber hinaus war sie Preisträgerin beim Internationalen Rachmaninow-Wettbewerb in Moskau. Heute ist Hideyo Harada ein gern gesehener Gast bei internationalen Festivals und konzertiert regelmäßig mit bedeutenden Orchestern und Kammermusikpartnern, wobei sie das Publikum mit ihren ebenso virtuosen wie einfühlsamen Interpretationen zu begeistern weiß. Neben Aufnahmen bei diversen Rundfunk- und Fernsehanstalten liegen mehrere mit Preisen bedachte Einspielungen der Pianistin vor.

Gemeinsame Programme des Borodin Quartetts und Hideyo Harada umfassen unter anderem Schuberts „Forellenquintett“ und die Klavierquintette von Schumann, Brahms und Schostakowitsch. Ihre Konzerte wurden von dem japanischen Rundfunk- und Fernsehsender NHK aufgezeichnet und gesendet.

Weitere Informationen über die Künstler finden Sie unter borodinquartet.com und www.hideyo-harada.com.